Unser
Land
-
und
mit
ihm
seine
Leute
-
haben
sich
gewandelt und mit der erkennbaren
Öffnung
ist
heute
auch
im
Naturjodel
eine
gewisse
Durchmischung
nicht
zu
verleugnen.
Dies
auch
darum,
weil
in
der
Ostschweiz
die
Überlieferung
von
Generation
zu
Generation
meist
mündlich
erfolgt.
Die
Melodien
werden
nicht
(oder
nur
ganz
selten)
notiert
und
wenn
notiert,
ganz
bestimmt
nicht
veröffentlicht.
Es
gibt
aber
Differen-
zierungen,
die
sogar
dem
Nichtkenner
auffallen;
daneben
aber
bestehen
Nuancierungen,
die
wohl
nur
jener
herauszuspüren
ver-mag,
der
im
Lande
aufgewachsen,
dort
lebt
und
durch
ständiges
Vergleichen
und
Prüfen
den
Sinn hiefür schärft.
Ein
Künstler
malt
in
seinem
persönlichen
Stil
seine
Bilder.
Viele
sind
sich
vielleicht
ähnlich
und
doch
ist
keines
gleich.
So
ist
es
auch
im
Naturjodel.
Es
sind
Unterschiede
im
Zäuerli
(Ausserrhoden),
im
Rugguserli
(Innerrhoden)
und
im
Jolen
(Toggenburg)
klar
zu
erkennen
und
es
ist
Aufgabe
oder
gar
Pflicht
der
Interpreten
(der
Vorjodler
im
speziellen),
der
Echtheit
ganz
besonderes
Augenmerk
zukommen zu lassen.
Es
freut
mich,
dass
man
sich
im
Naturjodel
immer
wieder
seiner
Herkunft
bewusst
ist
und
diese
Eigenarten
mit
viel
Herz
und
Einfühlungsvermögen
pflegt,
so
gut
es
eben
möglich ist.
Christian Knellwolf
Gossau SG Herbst 1997
Der Naturjodel in der Ostschweiz
ln
der
angeborenen
Natürlichkeit
und
Einfachheit
des
Menschen
und
in
seiner
Liebe
zur
Heimat
sehe
ich
die
Entstehung
des
Naturjodels.
Weltweit
sind
Ursprünge
dieser
musikalischen
Ausdrucksart
auszumachen,
welche
ebenfalls
solche
Rückschlüsse
zulassen.
Auch
der
echte,
ungeschriebene
Naturjodel
in
der
Ostschweiz,
mit
den
«Heimatscheinen»
der
Kantone
Appenzell
Ausserrhoden,
Appenzell
Innerrhoden
und
St.
Gallen
(Toggenburg)
unterstützt diese Hypothese.
Das
Gehör
und
die
Stimme
sind
in
unserem
Naturjodel
das
A
und
das
O.
Die
Stimme
gibt
das
her,
was
das
Auge
sieht
und
das
Herz
empfindet.
Im
Naturjodel
wird
«ein
Bild»
gemalt,
ein
Gefühl
ausgedrückt
und
dieses
Empfinden
ohne
Worte
-
in
bestimmter
Tonfolge,
dynamisch
und
rhythmisch
gestaltet
-
wiedergegeben.
Der
mehrstimmige
Gesang
ohne
Worte
ist
in
seiner
Natürlichkeit
kaum
zu
übertreffen.
Der
Vorjodler
beginnt
seinen
Jodel,
ein
zweiter
Jodler
«fährt
nach»
-
das
heisst
er
interpretiert
frei
eine
harmonisch
passende
zweite
Hochstimme
dazu.
Erst
dann
setzt
der
Chor
mit
mehrstimmigen
Tenor-
und
Bassbegleit-melodien
ein
und
gibt
dem
Naturjodel
die
gewisse
Fülle.
Dass
die
einzelnen
Stimmen
sich
nicht
«reiben»
(stören)
ist
Bedingung;
dafür
ist
ein
feines,
natürlich
geschultes
Gehör
erforderlich.
Zwar
ist
es
nicht
immer
einfach,
die
tatsächliche
Herkunft
eines Naturjodels auf Anhieb zu erkennen.